Auf den Hund

Hundehasser sind eine Arschloch-Unterart, die sich überall breitgemacht hat, wo der Hund als Familienmitglied und Gefährte geschätzt wird. Sie kommen nicht damit klar, dass bestimmte Menschen dem Hund mehr Aufmerksamkeit schenken als ihnen und fokussieren dieses vermeintliche Defizit auf alle Hunde und deren Halter, sind aber ansonsten 08-15 Arschlöcher von der Stange.

Die meisten Hundehasser (zumindest die, denen ich zu begegnen das Pech hatte) tragen ihre Aversionen geradezu wie eine Lanze vor sich her, bereit damit überall und jederzeit in die friedliche Aura anderer hineinzustechen und so das eigene Ego zu stärken. Typische Arschloch-Freuden halt. Man kennt das, kleiner Geist, großes Ego, selbstgerechte Geisteshaltung. Die Welt ist voll von denen. Sie behaupten gerne, „eigentlich“ tierlieb zu sein, würgen dann als Beleg dafür widerwillig irgendeinen Kokolores vom halbwegs disziplinierten Hund eines bekannten hoch, der aufgrund seiner Unterwürfigkeit und seines absoluten Gehorsams „soweit ganz in Ordnung“ und eines dieser seltenen Beispiele für einen „guten Hund“ sei. Aber der Tonfall und die Mimik sagen: Igitt, ein Hund!“

Diese Leute können und wollen demnach ihre tiefe Abscheu vor Hunden meistens nicht einmal vor einem Menschen verbergen. Sie sind es ja gewohnt, damit hausieren zu gehen. Wenn sie jetzt aber in freier Wildbahn auf einen Hund treffen, können sie ihre Aversionen natürlich auch nicht vor den Tieren verbergen, weil Hunde praktisch wandelnde Aggro-Sensoren auf vier Pfoten sind. Nicht zuletzt hat sich bei Arschloch-Kontakt der Modus „Feind in Sicht“ bei Hunden bewährt. Der typische Hund in unserem Land ist es zudem (und dafür schätze ich unsere Gesellschaft) gewohnt, dass der Mensch sich freut, wenn er ihm begegnet. Hunde rechnen einfach nicht ständig mit Kleingeistern. Langer Rede kurzer Sinn, hier ist ein Konflikt vorprogrammiert.

Und dann jammern sie, lamentieren, sehen sich als arme Opfer dieser gemeinen Hundehalter und ihrer garstigen Kreaturen. Das Lamento des unschuldigen Joggers, der über Tretminenfelder gehetzt wurde. Sie schmettern das Klagelied des Wehleids, vom schlecht erzogenen Köter und seinem (natürlich ebenfalls verwahrlosten) Besitzer, der sich nicht kümmert. Diese Kakophonie. Individualität und Freiheit gelten natürlich immer nur ohne Hund. Rücksichtnahme ist ein Gebot, das ausschließlich Hundebesitzer inkludiert. Die Arie endet beim armen Mann, der gebissen wurde, weil er nicht einsehen wollte, dass es taktisch immer klüger ist, NICHT den natürlichen Instinkt des Hundes durch rennen auszulösen. Ignoranz und Befindlichkeiten interessieren einen Hund aber in der Regel kein Stück. Der Mensch sollte es doch besser wissen. Selbst als Arschloch. Aber das interessiert den Hundehasser ja nicht. Schließlich kann ja nicht sein, dass das Objekt seiner Ambivalenz sich über sein Ego erhebt. Das geht nicht! Lieber verlangt er vom Hundebesitzer, sein treues Tier wie einen Gefangenen zu behandeln, um selber keine Einbußen in seinem gefühlten Wohlfühlbereich hinnehmen zu müssen.

Deshalb, lieber Tierfeind ein paar tröstende Worte direkt an dich:

Wenn ich dein erbärmliches Gejammer vom pöööööhsen Hundehalter höre, der seinen Hund nicht richtig erziehen kann. Wenn ich mir anhören muss, welche Gesetze ich übertrete, weil mein Hund nicht angeleint ist. Wenn ich dein Gezeter ertragen muss, weil der Weg meines Hundes den peripheren Rand deines hedonistischen Freiheitsradius böswillig kreuzt. Wenn meine Trommelfelle deinen Wortdurchfall vom „vermenschlichten“ Tier, das doch in Wahrheit nur ein dummes, einfältiges, sowie instinktgesteuertes Wesen ohne wirkliche Bindung zum Menschen sei, ertragen müssen. Wenn dein Gewäsch von Verantwortung und Disziplin sich seinen Weg in den Teil meines Gehirns sucht, in dem ich die redundanten Informationen „speichere“.

Wenn du dich also bei mir darüber beschwerst, dass dieser fürchterliche, sabbernde Hund deine Pilates-Übungen unterbrochen und so dein Chi empfindlich gestört hat, dann…

…dann versuche ich meine heimliche Freude zu verbergen, während ich unverhohlen in mich hineingrinse, so tue, als wolle ich den Hund disziplinieren, ihm dabei aber ein Leckerli zustecke, damit er euch beim nächsten Mal auch weiß, was zu tun ist, antworte dann mit einer Stimme, die reumütig klingt, aber in Wahrheit vor Schadenfreude schwankt:

„Das macht der sonst aber nie!!!!!“

Wärst du also auch nur halb so klug, wie du glaubst wie der Hund, würde dir das auch auffallen, aber solche „Feinheiten“ dringen natürlich nicht durch den dicken Asteroidengürtel aus Selbstgerechtigkeit, der dich aufgrund deines fetten massiven Egos ständig umkreist. Deshalb glaubst du auch, Sätze wie: „Normalerweise ist der nicht so!“, oder „Der will nur spielen!“, seien keine ironisch zum Ausdruck gebrachte Häme, sondern der ernsthafte Versuch einer Entschuldigung.

 

 

 

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